Frau Ullrich über Schlecker und die Chancen einer Kündigung

Apr 7, 2012 von

Frau Ullrich über Schlecker und die Chancen einer Kündigung

Als Gesundheitspsychologin mit dem Schwerpunkt Persönlichkeitspsychologie, sowie als ausgebildete und praktizierende Trainerin für Individualcoaching, Persönlichkeitsentwicklung, Kreativitätstechniken und Konfliktlösung verfügt Frau Ullrich über ein fundiertes Fachwissen und wichtige wissenschaftliche Kenntnisse.

Mit Ihrem einzigartigen Konzept „Provozieren Sie Ihre eigene Genialität“ führte sie in den letzten siebzehn Jahren Unternehmen zur Marktführerschaft und realisierte Kooperationen mit bekannten Mediendienstleistern. (SAT 1, RTL,  APA, Telekom Austria, Kleine Zeitung, Bayrische Lokal Radio GmbH, Die Presse, Die Welt, Springer Verlag, Vorarlberger Nachrichten, … uvm.)

Heute spricht Frau Ullrich bei PowerDeinLeben über die Chancen, die sich hinter einer Kündigung verbergen.

 

Dennie:

Frau Ullrich, dieser Tage werden 11.000 Schlecker Mitarbeiter gekündigt. Diese Menschen stellen sich jetzt die Frage: “Wie geht es weiter? Was mache ich aus mir?”
Was sagen Sie als Mentalcoach einem Menschen, der gerade seine Arbeitsstelle verloren hat?

 

Doreen Ullrich:

 

Lieber Dennie,

Nun, diese Situation ist sehr tragisch und stellt ganz bestimmt für viele Betroffene eine große Herausforderung dar.
Dennoch bin ich überzeugt, dass der Mensch ein Steh-auf-Männchen ist.

Aus aktuellen wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass es nur sehr wenige Erlebnisse in unserem Leben gibt die uns länger als drei Monate bewegen. Wenn etwas Positives passiert, feiern wir diese Glücksmomente und dann gehen wir wieder zur Tagesordnung über. Und wenn etwas Negatives geschieht, jammern wir eine Zeit lang aber dann rappeln wir uns wieder auf.

Das Leben ist ständige Veränderung und in der heutigen Zeit ist nichts so wichtig, wie die Fähigkeit zur Flexibilität.

Was uns Menschen von allen anderen Wesen unterscheidet, ist unsere Intelligenz und unsere schier unbegrenzte Kreativität.

Auch den „Schlecker Wirtschaftsopfern“ wird es so gehen.
Die meisten werden woanders in Ihren Berufen weitermachen, andere werden sich verändern und vielleicht endlich das Tun, was sie schon lange wollten, einige weitere werden trostlos sein und sich länger als die zuerst Erwähnten in ihrem Unglück baden.

Krass gesagt, läuft es im statistischen Durchschnitt oftmals sogar darauf hinaus, dass in vielleicht schon sechs Monaten insgesamt alle Glücklicher sind als zuvor.

Laut dem amerikanischen Psychologen Daniel Gilbert ist eines unser größten menschlichen Talente unsere Fähigkeit, uns selbst in schlimmen Situationen, in eine Art Glückszustand zu versetzen, dass heißt; die meisten „Schleckeropfer“ werden selbst in dieser denkbar schlechten Lage einen Lichtblick sehen, wenn nicht sogar eine neue, vielleicht heimlich herbeigesehnte Herausforderung erkennen und das Beste daraus machen.

Hinzu kommt, dass sich die Betroffenen auch bewusst machen sollten und dafür danken sollten, dass wir in Deutschland letztlich alle, in der derzeit besten aller möglichen Welten leben.
Es wird keiner verhungern müssen und es wird Lösungen geben, aus dem sozialen Netzwerk, oder eben von höherer Stelle, nennen wir es Gott.

Mein Tipp für die Betroffenen:

• Akzeptieren Sie den IST-Zustand! Lassen Sie los, was nicht zu ändern ist.
• Sie sollten sich klar machen, welche Möglichkeiten Sie ab JETZT haben (berufliche Um- bzw. Neuorientierung)!
• Wenn Ihnen nichts einfällt, werden Sie kreativ – denken Sie sich etwas neues aus!

Nun bitte ich Sie, sich in folgende Situation zu versetzen (kreatives Visualisieren):

• Sie haben keinen Chef mehr!
• Ihre Eltern leben seit 10 Jahren in Australien!
• Sie sind nicht verheiratet, leben allein und haben keine Kinder!
• Egal was Sie arbeiten, Sie werden in Zukunft immer 10.000 Euro verdienen!

Jetzt beantworten Sie sich bitte die nachfolgenden Fragen:

• Was würden/wollten Sie (immer schon) am liebsten arbeiten?

• Würden Sie in ein anderes Land ziehen oder woanders wohnen wollen?

• Würden Sie am liebsten alleine leben, mit einem Partner und oder mit Kindern?

• Was würden Sie zuerst kaufen?

• Wären Sie in der Lage sich (wieder) (neu) zu verlieben?

Nun zeige ich Ihnen im Kurzdurchlauf den Weg, wie Sie mit diesen Antworten Ihre unbewussten Stärken besser kennen lernen werden.

Ganz egal, welche Änderung Sie sich vorstellen, er zeigt Ihnen Möglichkeiten, wie Sie sich besser entwickeln können, wenn Sie in Zukunft genau diese Stärken fördern.

Mein Beispiel soll es verdeutlichen:

Arbeit: Mentaltrainer
Wohnen: in Österreich
Leben: Mann und Kinder
Kaufen: Haus, Sportwagen
Liebe: Ja

Schreiben Sie nun bitte, wie ich zuvor, alle Stärken Ihres Berufswunsches zusammen:

Mein Beispiel:
Mentaltrainer/Stärken: Disziplin, Selbstbewusstsein, Wertschätzung, Achtsamkeit, Lust mit Menschen zu arbeiten, Führen können, körperliche Fitness….

Nun schauen Sie sich diese (unsere gemeinsamen) Stärken an.

Glauben Sie ein ehemaliger Schleckermitarbeiter habe nichts mit diesen Eigenschaften gemein?

Nun, ich denke, Sie brauchten auch all diese Eigenschaften in Ihrem bisherigen Beruf!

Ich kenne eine Menge Menschen, denen es an nichts gemangelt hat, weder an sinnvollen Aufgaben, noch an Familie oder Geld und sie waren sogar kerngesund.

Trotzdem sagten Sie nicht, dass sie die glücklichsten waren.

Dann passierte die Katastrophe.
Sie wurden Krank, verloren den Beruf, oder Ihre Familie.

Und nun ahnen Sie vielleicht worauf ich hinaus will.
Die Werte in diesen Leben verschoben sich auf einmal um 180 Grad.

Bei einem Kranken rutscht der so wichtige Beruf von Rang 1 auf Rang 200. Seine Gesundheit schnellte auf Rang 1 und seine Familie auf Rang 2.

Die Werte in unseren Leben sind immer die Gleichen: Gesundheit, Familie, Freunde.
Von diesen Menschen lernen wir, sie unterstützen uns in unserem Glück und stehen uns zur Seite im Unglück.
Wenn Sie eine Familie haben oder ein soziales Netzwerk, kann Sie nichts und niemand und trotz aller Umstände davon abhalten der glücklichste Mensch der Welt zu sein!

Jeder Verlust ist schwer, ohne Frage, doch vielleicht ist es hilfreich sich klarzumachen und danke zu sagen für das, was Sie schon haben.

Ein Mönch wurde einmal von einem Schüler gefragt, wie lange es dauern würde, seine Lehre zu verstehen, wenn er 12 Stunden am Tag dafür lernen würde.
Der Mönch antwortete: 10 Jahre.

Darauf fragte der Schüler, wie lange er bräuchte wenn er 16 Stunden am Tag lernen würde. Der Mönch sagte: 20 Jahre.

Der Schüler war erstaunt, hatte er doch eine kürze Zeitspanne erwartet.

Wenn wir vergessen, in uns zu schauen und die vorhandenen Dinge nicht genießen können, dann werden wir dies auch nicht finden, wenn wir 16 Stunden am Tag danach suchen.

Mit freundlichen Grüßen

Doreen Ullrich – http://www.doreenullrich.com Die Welt im Kopf verändern.

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